Wanderfreunde Himolla e.V.

Wanderausflug 2020 Amberg

 Vereinsausflug nach Amberg

 

Durch mittelalterliche Gassen schlendernd, auf einem Fluss gemächlich treibend aber auch vom „Monte Kaolino“ rasend, verbrachten die Himolla-Wanderfreude einen erlebnisreichen Tagesausflug. Abfahrt war am frühen Morgen in Taufkirchen, Ziel die einstige Hauptstadt der „Oberen Pfalz“, Amberg. Orts- und geschichtskundig zeigten dort zwei Touristenführer die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten und Schätze der unter Denkmalschutz stehenden Altstadt.

 

 

 

 

 

Architektonisch überdauerten Bauten aus lange zurückliegenden Jahrhunderten, vom kaum drei Meter breiten Fachwerkhäuschen bis zur atemberaubenden, gotischen Pfarrkirche St. Martin. Vor 40 Jahren erhielt diese von Papst Johannes Paul II den Ehrentitel „Basilica minor“, der daraufhin restaurierte Dachstuhl mit bis zu fast 30 Meter langen Balken ist einzigartig. Mit ihrem 92 Meter hohen, direkt neben dem Taufkirchener Namensvetter, der „Vils“, gelegenen Turm, gibt St. Martin noch immer ein Zeugnis vom enormen Reichtum der Amberger Bürger. Ausschließlich diese, durch den Handel mit Eisen, Eisenerz und Salz zu großem Wohlstand gekommen, finanzierten den Bau ab 1421.

Gesättigt an Namen, Jahreszahlen und Eindrücken, ging es mit dennoch leerem Magen ins Gasthaus Schloderer Bräu am Marktplatz. Ob sich Schnitzel und Schäufele auf den Tiefgang der im Anschluss bestiegenen „Plätten“ auswirkte, konnte man nicht mit Bestimmtheit feststellen. Jedenfalls ließ man sich mit zwei dieser kiellosen Kähne unter dem zweibögigen Wahrzeichen Ambergs, der „Stadtbrille“ hindurch, Vilsabwärts befördern und wurde mit weiteren Informationen und Anekdoten zur Stadtgeschichte unterhalten. Da das Flüsschen, über das man Handel mit Regensburg trieb, stellenweise nur einen Meter tief ist, waren die flachen Plätten seit dem Mittelalter das ideale Transportmittel.

 

 

 

 

Die Reise in die 70 Kilometer entfernte, einstige Reichsstadt dauerte zu dieser Zeit einen Tag, der Rückweg, gegen die Strömung und mit Salz beladen, dann allerdings vier. Nachdem man trockenen Fußes wieder an Land war, fuhr man ins nahe Hirschau, in den Freizeitpark „Monte Kaolino“, im Grunde eine riesige Quarzsandhalde. Dort stand noch eine Mutprobe, der sich Wanderfreunde jeden Alters stellten, bevor: Die rasante Abfahrt mit der Sommerrodelbahn, die in einem Wettstreit um die Höchstgeschwindigkeit gipfelte. Danach hatte noch ein Stückchen Kuchen Platz, bevor, pünktlich zur Rückfahrt Regen einsetzte. Busfahrer und Vereinsmitglied Manfred brachte mit vielgelobter Ruhe und Sicherheit die Gruppe zurück in die Heimat.

Kurz vor Ende der Tagesreise galt der ausgiebige Applaus der Teilnehmer Organisatorin Leni Schuh. Sie hatte gemeinsam mit ihrem Mann Walter den Ausflug lange und detailliert geplant, ihre Zeiteinteilung ließ sich fast minutengenau umsetzen und auch mit der wetterbedingten Terminverschiebung bewies sie letztlich ein glückliches Händchen.

                                                                                                        Fabian Holzner

 

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